Logo ChemieFreunde Erkner e.V. Julius Rütgers und historische Teile seines Werks in Erkner Das berühmte Hitze-Druck-Patent Baekelands - die Geburtsurkunde des Kunststoff-Zeitalters - eine der Grundlagen moderner Technik Leo Hendrik Baekeland und sein Bakelizer
Freundeskreises Chemie-Museum Erkner e. V. Freundeskreises Chemie-Museum Erkner e. V. Freundeskreises Chemie-Museum Erkner e. V.

Chemie-Geschichte

Weger, Johannes Max

Kurzbiografie

Chemiker, Unternehmer
09.07.1869 (Leipzig) - 19.11.1944 (Berlin-Hessenwinkel)
Wirkungsorte: Leipzig, Erkner, Berlin


Max Weger
Der Vater der Bakelite Gesellschaft[1]

„Alles was wir von Bakelit erwartet haben, ist wohl möglich, manches vielleicht sogar wahrscheinlich, aber Tatsache verdammt wenig. Eine große Produktion existiert in Amerika noch nicht. Dr. B. macht noch alles Bakelit in seinem Gartenhaus in Yonkers mit zwei Chemikern u. seinem Chauffeur.“[2] So berichtete Max Weger im April 1910 seinem Chef Segall nach der Rückkehr von seiner zweimonatigen Amerikareise, wo er mit Leo H. Baekeland an der Bakelite-Technologie gearbeitet hatte.

Johannes Max Weger wurde am 9.7.1869 in Leipzig geboren und wuchs dort im Zentrum auf.[3] Seine Mutter Anna führte ein Ge­schäft neben dem Rathaus. Vater Michael stammte aus Nürnberg und war Stahl- und Kupferdrucker. 1855 kam er zum Chemiestudium nach Leipzig und arbeitete dann in der Kunstdruckerei seines Bruders. Max besuchte u. a. das Realgymnasium, an dem Naturwissenschaften eine größere Rolle spielten.
1888 begann er ein Studium der Chemie und weiterer Naturwissen­schaften in Leipzig, arbeitete im Laboratorium von Wislicenus und wurde dessen Unterrichtsassistent. Er promovierte 1893 „Ueber Brom- und Oxysebacinsäuren“ bei Wislicenus und Ostwald (Nobel­preis 1909) summa cum laude. Die Arbeit trug Wislicenus 1894 der Deutschen Chemischen Gesellschaft vor.[4]
Um 1894 trat Weger als Che­miker in die Chemische Fabrik Dr. Wilhelmi in Leipzig ein. Sie erforschte und produzierte vor allem Tro­cken­stoffe für die Farbindustrie.
1894 heiratete Max Weger seine erste Frau Maria. Sie bekamen drei Kinder.
Mit vielen Veröffentlichungen, hauptsächlich in „Angewandte Chemie“, über Siccative, Öle und Firnisse wurde Weger schnell bekannt.[5] Bun­te bemühte sich 1897 um ihn als Analysespezialisten und Engler lobte 1900 seine Arbeit.[6]


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Max Weger (1869-1944)
Max Weger
(1869-1944)

Realgymnasium Leipzig, heute Petrischule Realgymnasium Leipzig, heute Petrischule

Universität Leipzig, Chemisches Labor Universität Leipzig, Chemisches Labor

 

Weger verließ 1901 Leipzig und begann in Erkner im Laboratorium der A.G. für Teer- und Erdölindustrie unter Kraemer und Spilker.[7] Beide Hofmann-Schüler waren ihm durch Fachartikel (z. B. über Inden-Cumaron-Harze) bekannt.[8] Er wur­de Laborvorstand und bald Chefchemi­ker. Er veröffentlichte mehrere Artikel, u. a. über Teer­kohlen­wasserstoffe.[9]
Wegers wohnten in Erkner zunächst in der Friedrichstr. 22, später in der Löcknitzstr. 12.

Der Tod Julius Rütgers‘ und seines einzigen Soh­nes 1903 verände­rte die Rütgerswerke A.G., worunter auch das Werk Erkner 1905 wieder fir­mier­te. Mit Krae­mer und Spil­ker gingen die bei­den einflussreichsten Chemiker, und mit Direktor Segall hatten die Kaufleute das Sagen.
Weger wurde zwar Laborvorstand der Rütgers­werke, aber man „hatte ein For­schungs­labor … für zwecklos u. überflüssig gehalten, … baute meine Che­miker ab und ich blieb allein auf weiter Flur mit 2 Laboranten u. dem inneren Entschluss, auch meinerseits der ungastlichen Stätte so bald wie möglich den Rücken zu kehren.“[10] Es sollte ganz anders kommen!

Erkner, Friedrichstr. 22. Das Haus wich nach 1975 einem Supermarkt. Erkner, Friedrichstr. 22. Das Haus wich nach 1975 einem Supermarkt.

Hier in der Löcknitzstr. stand bis zum 8.3.1944 Wegers Haus. Hier in der Löcknitzstr. stand bis zum 8.3.1944 Wegers Haus.

  Im September 1908 gab er vor dem Verein Deutscher Chemiker einen hochwertigen „Über­blick über Teerin­halts­stof­fe“, indem er auch auf mangelnde Nachfrage nach einigen die­ser Stoffe hinwies. Dies wurde im Februar 1909 veröffentlicht[11] und konnte so auch Baeke­land bekannt wer­den. Ab dem 23.3.1909 wurde Baeke­lands erster Bakeli­te-Artikel in Deutsch­land publi­ziert.[12] We­ger las ihn und empfahl Direktor Se­gall die Kon­takt­auf­nahme, was Ende Mai 1909 auf einem Che­mie-Kongress in Lon­don geschah.
Im Juni und Juli 1909 kam Baekeland nach Deutschland, um mit den Rütgers­werken in Erk­ner das Ba­ke­­lit zu testen. Weger erinnert ihn später an ihre Begegnung: „Es steht mir noch deutlich in Erinne­rung, wie wir die erste grösse­re Menge Bakelit, zuletzt in einer offenen Kup­ferschale … erzeugten, bei ei­nem Form­alde­hyd-Gestank, der es nur gestat­te­te, ab und zu den Raum zu betreten, wie wir lange vergeblich einen geeigneten Bakelisatorzu kaufen suchten …“[13]
Auch der Absatz war schwierig: „Die elektrotechnische Ind., die heute unser Haupt­abnehmer ist, war im Anfang sehr zurück­hal­tend. Unser erstes größeres Geschäft bot uns die Knopfind.“ erinnert sich Weger. Er probierte es auch mit Halsketten und Schirmgrif­fen.[14] Ab Ok­to­­ber 1909 begannen im Siemens-Kabel­werk in Char­lottenburg erste Tests.[15]
Am 1.11.1909 kam Baekeland mit Rüt­gers überein, ein deutsches Unterneh­men als Lizenznehmer des Bake­lits zu gründen. Im Febru­ar/März 1910 war We­ger in New York (vgl. Einleitung). Mit der Bakelite Gesellschaft m.b.H. Berlin Erk­ner wur­de am 25.5.1910 die erste derartige Fir­ma der Welt gegrün­det, mit Weger als Geschäftsführer – und Be­tei­ligung der Firma Knoll & Co., Lud­wigshafen.
Diese hatte mit ihrem Mitarbeiter H. Lebach erhebliche Sor­gen berei­tet. Die Dispute in der Fachpresse und vor Gericht[16] zeigten die unklare Patentlage, die auch Weger beschäf­tigte: „Wenn ich der ungezählten Stun­den u. Ta­ge gedenke, die ich auf dem Patentamte … verhandelte, so erfasst mich noch heute ein Grau­en.“[17] Man holte sie mit in die Firma: Knoll & Co. wurden beteiligt, die Patente gekauft und Lebach als Chemiker in Erk­ner ange­stellt.

In dieser alten Böttcherei bei Rütgers begann 1909 das Kunststoff-Zeitalter. In dieser alten Böttche­rei bei Rütgers begann 1909 das Kunststoff-Zeitalter.


 

 

Bericht des Siemens-Kabelwerks über erste Bakelit-Tests 1909 Bericht des Siemens-Kabelwerks über erste Bakelit-Tests 1909

  In der alten Böttcherei bei Rütgers wurden 1911 48 t produziert. Mit 192 t und 49 Beschäf­tigten stand die Firma 1913 auf eigenen Füßen. Weger leitete nun auch den Bau eines eigenen Werkes am Fla­ken­fließ gegenüber dem Rütgers­werk, das die meisten Roh­stoffe lieferte. Die Grundmauern standen 1914, als der Kriegsbeginn alles unterbrach. Die Forde­rungen der Kriegswirtschaft konn­ten kaum erfüllt werden. Die Bezie­hun­gen zur US-Bake­lite und eigenen Tochterfirmen brachen ab.
Trotz­dem wurden 1918 690 t produziert. Das Werk konnte erst am 1.7.1921 in der Fla­ken­straße eröffnet wor­den. Weger suchte immer nach neuen Mög­lichkeiten. So war z. B. 1921 mit Gold­schmidt über „farblose, wasserklare feste Ami­noplaste“ verhandelt wor­den. Später hatte er auch z. B. mit Rip­per und Römmler Kon­takt.[18] Die kur­ze Blüte endete 1922/23 mit der In­fla­tion. Erst mit Wegers USA-Reisen 1926 und 1927 norma­lisierte sich das Verhältnis dort­hin einigerma­ßen.
Bis 1929 wuchs in Erkner die Zahl der Ar­bei­ter (nur Produktion) auf rund 400. Ein neues Gelände an der Ber­liner Straße wurde erschlossen.
Ende 1929 erhielt We­ger die Nachricht von der Verleihung der Ehren­doktorwürde der Tech­ni­schen Hochschule Ber­lin für seine Ver­dienste um die Bakelite-Her­stellung. Seine Bemühun­gen 1937/38 um eine entspre­chende Eh­rung für Baekeland blieben erfolglos.
Die Paten­te waren hier 1930 abgelaufen, die Mono­polstellung der Bakeli­te GmbH endete in weiten Teilen Euro­pas. Vie­le Konkurrenten dräng­ten auf diesen Markt, was die Weltwirtschaftskrise verschärfte. Die Zahl der Arbeiter sank auf 175 und forderte den ganzen Einsatz der Chefs: We­ger reiste 1931 in die USA und Baeke­land kam min­destens 1932 und 1933 her.

Werk 1 der Bakelite GmbH in der Flakenstr. Werk 1 der Bakelite GmbH in der Flakenstr.


 

Werk 2 der Bakelite GmbH in der Berliner Str. Werk 2 der Bakelite GmbH in der Berliner Str.

  Auch Wegers Privatleben änderte sich radikal. Um 1930 trennte er sich von seiner Frau und heiratete die wesentlich jüngere Thekla, Ex-Frau seines Chemikers Müller, mit zwei klei­nen Kindern. Sie bezo­gen ca. 1931 ihr neues Haus in der Luther­str. 11 im nahen Hessen­win­kel.
Zum 25. Gründungsjubiläum der GmbH 1935 konnte Weger eine Stabilisierung mit 193 Ar­beitern und ca. 5.000 t Jahresproduktion konsta­tier­ten. Kapazitäts­eng­pässe tra­ten auf, so dass ein moder­ner Neubau in der Berliner Straße notwendig, von Weger noch begon­nen und 1939 übergeben wurde, was eine Pro­duk­tion von 13.000 t ermöglichte.
Nach der Niederle­gung der Ge­schäfts­führung zum Ende 1936 wurde er Aufsichtsratsmitglied und Son­der­be­rater der Bake­lite. Seine Belegschaft bedauerte das Ausschei­den: „Seine Sorge galt jedem einzel­nen im Werk … [so] dass Dr. Weger der ‚Vater der Bakelite-Familie‘ genannt wurde.“[19]
Kurz nach Kriegsbeginn 1939 bot er Hilfe an und vertrat sei­nen eingezogenen Nachfolger Dr. Heil. Erst Ende 1941 ging er endgültig.
Kurz zuvor hatte Weger ein Miets­haus in Frie­drichshagen an der Ahornallee ge- und das in Hessenwinkel verkauft, wohnte dort aber noch.

Wegers Haus in Hessenwinkel, Lutherstr. Wegers Haus in Hessenwinkel, Lutherstr.

Max Weger mit seiner Frau Thekla und seinem Opel Olympia Cabrio Max Weger mit seiner Frau Thekla und seinem Opel Olympia Cabrio

 

Am 19. November 1944 starb Max Weger in Hes­sen­winkel. Am 23. Februar war schon Bae­ke­land gestorben und am 8. März Erkner im Bom­benhagel un­tergegangen, selbst sein neu­es Haus fiel dem Krieg zum Opfer.

Die Bakelite GmbH verlagerte ihren Sitz in den Westen Deutschlands. Die Anlagen in Erkner wur­den nach Kriegs­ende Reparationsgut, der Rest enteignet. Aus kleinen Anfängen entstand der VEB Plasta, Kunstharz- und Pressmassefabrik Erk­ner. Nach tiefgrei­fenden Verände­rungen ge­hört das Werk in der Berliner Straße seit 2002 als Dynea Erk­ner GmbH einem finni­schen Che­miekon­zern.

Das Grab Max Wegers befindet sich noch auf dem Friedhof Erk­ner und trägt seit 2009 eine Ehrentafel.

Leo H. Baekeland wird bis heute als wirkungsmächtiger Erfinder geehrt. Max Weger, der we­sentlich zur prak­ti­schen Umsetzung beitrug, ist fast vergessen!

Frank Retzlaff, Erkner

 
Am 19. November 2009 - seinem 65. Todestag - wurde an Wegers Grab eine Gedenktafel übergeben, gestiftet von den Familien Eckes [Infos + Impressionen].
 
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Grab von Max Weger in Erkner Wegers Grab in Erkner

Gedenkafel an Wegers Grab, gestiftet von Fam. Eckes Gedenkafel an Wegers Grab, gestiftet von
Fam. Eckes

 

Anmerkungen

[1] Dieser Beitrag ist eine in den Anmerkungen und Abbildungen erweiterte Fassung des gleichnamigen Artikels im Ausstellungskatalog des Freundes­krei­ses Chemie-Museum Erkner e.V. "Bakelit100. Kunststoff aus Erkner erobert die Welt", Erkner 2009, S. 30 ff.

Die Quellen liegen zumindest als Kopie im Archiv des Freundes­krei­ses Chemie-Museum Erkner e.V. [zuk.: AFCME], insb. der Nach­lass Max Wegers [zuk.: Nachlass], freundlich zur Verfügung gestellt von Herrn Klaus Eckes, Berlin.

Artikelverzeichnisse Max Weger (bislang bekannte Veröffent­lichungen):

a) Leipzig

  • Weger, Max: Über Bromsubstitutionsprodukte der Sebacin­säure, Oxy-derivate derselben und deren Oxydationsprodukte, Leipzig, 1893 (Diss.).
  • Weger, Max: Ueber Brom- und Oxysebacinsäuren, in: Ber. Dt. Chem. Ges., Vol. 27 (1894), S. 1210-1218.
  • Weger, Max: Zur Kenntniss der Siccative, in: Angew. Chem., Vol. 9 (1896), Nr. 17, S. 531-536, Vol. 10 (1897), Nr. 13, S. 401-404, Nr. 16, S. 542-550, Nr. 17, S. 560-563.
  • Weger, Max: Siccative und Firnisse, in: Chemische Revue über die Fett- und Harz-Industrie [zuk.: Chem. Rev.], Vol. 4 (1897), Nr. 21, S. 285-289, Nr. 22, S. 301-304, Nr. 23, S. 313-316, Vol. 5 (1898), Nr. 1, S. 1-5.
  • Weger, Max: Ueber die Sauerstoffaufnahme der Oele und Harze, in: Chem. Rev., Vol. 5 (1898), Nr. 11, S. 213-222.
  • Wilhelmi, Franz; Weger, Max: Ueber die Sauerstoffaufnahme der Oele und Harze, in: Chem. Rev., Vol. 5 (1898), Nr. 12, S. 236-250.
  • Weger, Max: Über die Sauerstoffaufnahme trocknender Öle, in: Angew. Chem., Vol. 11 (1898), Nr. 21, S. 490-493, Nr. 22, S. 507-510, Nr. 26, S. 614-615.
  • Weger, Max: Die Sauerstoffaufnahme der Oele und Harze, Leipzig, 1899.
  • Weger, Max: Die Sauerstoffaufnahme der Oele, in: Chem. Rev., Vol. 6 (1899), Nr. 2, S. 34.
  • Weger, Max: Öl- und Firnissanalyse mittels Refractometers, in: Angew. Chem., Vol. 12 (1899), Nr. 13, S. 297-300, Nr. 14, S. 330-333.

b) Erkner

  • Weger, Max: [Correspondenz], in: Chem. Rev., Vol. 10 (1903), Nr. 4, S. 80.
  • Weger, Max: Ueber die Autoxydation einiger Theerkohlen­wasserstoffe, in: Ber. Dt. Chem. Ges., Vol. 36 (1903), S. 309-313.
  • Weger, Max; Billmann, A.: Ueber die Verunreinigungen des technischen Indens und eine neue Synthese des Truxens, in: Ber. Dt. Chem. Ges., Vol. 36 (1903), S. 640-645.
  • Weger, Max; Döring, K.: Ueber die Einwirkung des schmelzenden Kalis auf Fluoren, in: Ber. Dt. Chem. Ges., Vol. 36 (1903), S. 878-881.
  • Weger, Max: Über seltenere und Reinpräparate aus Steinkohlenteer, in: Angew. Chem., Vol. 22 (1909), Nr. 8, S. 338-347, Nr. 9, S. 391-395.

c) Weger schrieb weiterhin Beiträge über Harze, Balsame, Kunsthar­ze, Firnisse in:

  • Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie
  • Muspratts Chemie

[2] Weger: Rede im Kranzler, 25.05.1935, S. 9, Nach­lass.

[3] Quellen zu Weger in Leipzig: Stadtarchiv Leip­zig, Bürgerakten, Sign. W 216, W 25 832, W 14 113, div. Adressbücher Leipzig; Uni­ver­sitätsarchiv Leipzig, Promotionsakten J. M. Weger; Dr. phil. Dr.-Ing. E.h. Max Johan­nes Weger, Bakelite Post, Febr. 1937, S. 34 f.; Weger, Max: Physik, Ob. Sec. A Ostern 1885/86 [Mitschrift, 10. Klasse], Nachlass.

[4] Ber. Dt. Chem. Ges., 27 (1894), S. 1210 ff.

[5] Vgl. Anm. 1.

[6] Beide waren Spezialisten für chemische Technologie und sind Namensgeber des Engler-Bunte-Instituts der Universität Karlsruhe.

  • Bunte in: Angew. Chem. 11 (1898), S. 201 ff.
  • Engler in: Ber. Dt. Chem. Ges., 33 (1900), S. 1101.

[7] Quellen zu Weger in Erkner/Berlin: Adressbuch Erkner 1928; div. Adressbücher Berlin; Bakelite Post, div. Ausgaben; Nachlass, insb. a) Weger: Rede zum 25jährigen Jubiläum der Bakelite, 24.05.1935 und b) Weger: Rede im Kranzler, 25.05.1935.

[8] Hier nur deren jeweilige Erstveröffentlichung zu Cumaron und Inden:

  • Kraemer, Gustav; Spilker, Adolf: Ueber das Cumaron im Steinkohlentheer, in: Ber. Dt. Chem. Ges., Vol. 23 (1890), S. 78-83.
  • Krämer, Gustav; Spilker, Adolf: Ueber das Inden und Styrol im Steinkohlentheer, in: Ber. Dt. Chem. Ges., Vol. 23 (1890), S. 3276-3283.

[9] Vgl. Anm. 1.

[10] Vgl. Anm. 7b), S. 3.

[11] Vgl. Anm. 1.

[12] Ebd.

[13] Weger an Baekeland, 21.6.1934, S. 1, Nachlass.

[14] Vgl. Anm. 7b), S. 10.

[15] Geschäftsbericht Kabelwerk 1908/09, AFCME.

[16] Bijker, Wiebe E.: Of bicycles, bakelites, and bulbs, Cambridge 1997, S. 168 ff.

Artikelverzeichnis Leo Hendrik Baekeland 1909 (hier nur zu diesem Streit):

a) Über Bakelit

  • Baekeland: Bakelit, ein neues synthetisches Harz, in: Chem.-Ztg., Vol. 35 (1909), Nr. 35, S. 317 f. (23.03.1909), Nr. 36, S. 326 ff. (25.03.1909), Nr. 38, S. 337 f. (30.03.1909), Nr. 39, S. 358 f. (01.04.1909)
  • Baekeland: Ueber lös­liche, schmelzbare, harzartige Kondensationsprodukte von Phe­nolen mit Formaldehyd, in: Chem.-Ztg., Vol. 35 (1909), Nr. 96, S. 857 ff. (12.08.1909)

b) Reaktionen auf Lebach

  • Baekeland: Zuschriften an die Redaktion [Resinit und Bakelit], in: Chem.-Ztg., Vol. 35 (1909), Nr. 77, S. 705 (ca. Ende Juni 1909).
  • Baekeland: Über Resinit, in: Angew. Chem., Vol. 22, Nr. 32, S. 1598 ff. (06.08.1909)
  • Baekeland: Bakelit und Resit? Erwiderung auf Dr. H. Lebachs Veröffentlichung über Resinit, in: Angew. Chem., Vol. 22, Nr. 41, S. 2006 f. (08.10.1909)

Artikelverzeichnis Hans Lebach 1909:

  • o. A.: Kurzer Bericht über einen Vortrag von Hans Lebach über „Resit“ am 22.05.1909 in der gemeinschaftlichen Sitzung der Heidelberger Chemischen Gesellschaft und des Oberrheinischen Bezirksvereins Deutscher Chemiker, in: Chem.-Ztg., Vol. 35 (1909), S. 680 (ca. Juni 1909).
  • Lebach: Zuschriften an die Redaktion [Über Resite und Resinit], in: Chem.-Ztg. 35 (1909), Nr. 77, S. 705 (ca. Ende Juni 1909).
  • Lebach: Über Resinit, in: Angew. Chem., Vol. 22, Nr. 32, S. 1598 ff. (06.08.1909).
  • Lebach: Nachschrift, in: Angew. Chem., Vol. 22, Nr. 41, S. 2007 f. (08.10.1909).

[17] Vgl. Anm. 7b), S. 10.

[18] Weger an Kahl, 29.08.1942, Ripper an Weger 1937 ff., Nachlass.

[19] Bakelite Post, 2/1937, S. 34 f.

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Biografische Notizen

Leipzig

  • 1869 - (09.07.) Max Weger wird in Leipzig geboren; sein Vater Joh. Phil. Michael Weger (1827-1888) war Stahl- und Kupfer­drucker aus Nürnberg, hatte in Leipzig Chemie studiert und wurde hier Geschäftsführer des Ateliers für Stahl- u. Kupferstich und Kunstdruckerei seines Bruders in der Lindenstr. 6; seine Mutter Anna (gest. um 1897), geb. Müller, führte ein Handschuh- und Cravattengeschäft am Markt 3; Geschwister sind nicht bekannt
  • Wohnadressen in Leipzig:
    ca. 1869-88 - Naundörfchen 15
    ca. 1888-93 - Löhrstr. 21
    ca. 1893-95 - Kapellenstr. 18
    ca. 1895-97 - Elsastr. 6
    ca. 1897-1900 - Eisenbahnstr. 21
  • 1888 - Abitur am Realgymnasium Leipzig (heute Petrischule)
  • 1888-93 - Studium der Chemie, Physik, Mineralogie, Petrogra­phie, Geologie, Botanik, Nationalökonomie und Philosophie an der Universität Leipzig, wirkte auch im chem. Labor von Prof. Wislicenus, ab 1891 als Unterrichtsassistent
  • 1893 - (28.4.) Promotion in Leipzig bei J. Wislicenus (1835-1902) und W. Ostwald (1852-1932; Chemie-Nobelpreis 1909) "Über Bromsubstitutionsprodukte der Sebacinsäure, Oxy-derivate derselben und deren Oxydationsprodukte"
  • ca. ab 1894 - Chemiker bei der Firma "Chemische Fabrik Dr. F. Wilhelmi" in Leipzig-Reudnitz, Lilienstr. 3, welche sich vor allem mit Trockenstoffen beschäftigte (1869 als Laboratorium für chemisch-technische Untersuchungen gegründet, 1912 Verla­gerung nach Taucha bei Leipzig)
  • 1894 - Hochzeit mit Maria Louisa Christel (1867 - um 1930) in Greiz; Sohn Karl Gustav Hans geboren
  • 1896/97 - Artikelserie "Zur Kenntniss der Siccative und Firnisse" in Zeitschrift für Angewandte Chemie
  • 1897 - Sohn Heinr. Phil. Max geboren (wird ein bekannter Zahnarzt in Erkner)
  • 1897 - Artikelserie "Siccative und Firnisse" in Chemische Revue über die Fett- und Harz-Industrie
  • 1898 - Artikelserie "Ueber die Sauerstoffaufnahme der Oele und Harze" in Chemische Revue über die Fett- und Harz-Industrie
  • 1899 - Monografie "Die Sauerstoffaufnahme der Oele und Harze"
  • 1899 - Artikelserie "Öl- und Firnissanalyse mittels Refractome­ters" in Zeitschrift für Angewandte Chemie

Erkner, Berlin

  • 1901 - (01.04.) Wechsel nach Erkner in das Laboratorium der A. G. für Teer- und Erdölindustrie (Rütgers) unter Kraemer und Spilker
  • Familie Weger wohnt in der Friedrichstr. 22 in Erkner (spätes­tens 1910 nachgewiesen)
  • 1902 - Tochter Marianne geb. (heiratet Wegers Mitarbeiter Dr. Ernst Elbel)
  • 1903 - verschiedene Artikel über Teerkohlenwasserstoffe, Inden u.a. in Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft
  • 1905 - Laboratoriumsvorstand bei Rütgers
  • 1908 - Vortrag im VDCh: Überblick der Teerinhaltsstoffe (Febr. 1909 in Angew. Chem. veröffentlicht)
  • 1909 - (Ende Juni) Treffen mit L. H. Baekeland in Erkner, Test des Verfahrens zur Herstellung von Bakelite; Weger überführt Baekelands Erfindung in die industrielle Produktion
  • 1910 - (Feb.-Apr.) bei Baekeland in New York (USA)
  • 1910 - (25.05.) Gründung der Bakelite Gesellschaft m.b.H. in Erkner, Weger wird Geschäftsführer und technischer Leiter, Produktion auf dem Rütgers-Gelände in Erkner
  • 1913/14 - Baubeginn eines Werkes in der Flakenstr. in Erkner (am Flakenfließ gegenüber von Rütgers); Bauunterbrechung während des Krieges
  • 1921 - (01.07.) Produktionsbeginn in der neuen Fabrik in der Flakenstraße in Erkner (Werk I)
  • 1926 und 1927 - USA-Reisen zu Baekeland
  • um 1928 - lt. "Adreßbuch von Erkner u.U." wohnt Weger in Erkner in der Löcknitzstr. 12 (das Haus wurde beim großen Bomben­angriff auf Erkner am 8. März 1944 zerstört)
  • 1929 - (20.12.) Dr. h. c. der TH Berlin-Charlottenburg für seine "bahnbrechenden Verdienste auf dem Gebiete der Kunstharze"
  • um 1930 - Weger trennt sich von seiner ersten Ehefrau und heiratet nach deren baldigen Tod Thekla Müller, geb. Knoller
  • 1931 - USA-Reise zu Baekeland
  • ca. 1931 - lt. "Adreßbuch Berlin" wohnt Weger in Berlin-Hessenwinkel, Lutherstr. 11 (nahe der Stadtgrenze zwischen Berlin und Erkner)
  • 1936 - Baubeginn des Werks 2 in der Berliner Str. in Erkner
  • 1936 - (31.12.) Ausscheiden aus der Bakelite G.m.b.H. in den Ruhestand
  • um 1940 - Weger kauft ein Mietshaus an der Ahornallee/Ecke Fürstenwalder Damm in Berlin-Friedrichshagen, wohnt aber weiterhin in seinem ehemaligen (an die Bakelite GmbH verkauften) Haus in Hessenwinkel
  • 1944 - (19.11.) wenige Monate nach Baekeland gestorben, Grab auf dem Friedhof in Erkner (u.a. mit Sohn Max, Zahnarzt, 1897-1972)
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Quellen (genutzt)


Vgl. Anmerkungen oben.

 

Literatur

  • Verzeichnis chemischer Fachartikel, speziell aus: "Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft", "Naturwissenschaftliche Rundschau", "Zeitschrift für Angewandte Chemie"; in: http://www3.interscience.wiley.com
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Diese Seite wurde erstellt am 24.09.2006